Schulprojekte

Dem Arbeitsbereich Klassische Archäologie ist die Kooperation mit Schulen bereits seit Längerem ein besonderes Anliegen. Zu diesem Zweck wurde auf seine Initiative hin das

Mainzer Altertumswissenschaftliche Netzwerk Universität Schule (MANUS)

gegründet.

Mit diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, altertumswissenschaftliche – speziell archäologische – Forschung sinnvoll in den Schulunterricht zu integrieren. Ausgehend von den lokal vorhandenen Beständen der klassisch-archäologischen Lehrsammlungen  werden Lehreinheiten entwickelt, die sowohl im schulischen als auch außerschulischen Unterricht eingesetzt werden können.

Diese Lehreinheiten orientieren sich an den rheinland-pfälzischen Lehrplänen für den altsprachlichen, historischen und künstlerischen Unterricht und sind als thematisch weiterführende Bausteine konzipiert.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei in Ergänzung zu den normalerweise im Schulunterricht vermittelten sprachlichen Kompetenzen auf dem Bereich des Visuellen.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich einen neuen Erfahrungsbereich, indem sie an „begreifbaren“ Fallbeispielen sowohl den historischen Zeugniswert materieller Objekte und bildlicher Darstellungen kritisch zu hinterfragen als auch zugleich deren gewinnbringende Verwendung zur Rekonstruktion von (Kultur)geschichte erproben lernen. Der Terminus „Begreifen“ ist dabei im Sinne Johann Gottfried Herders durchaus wörtlich gemeint und schafft einen Gegenpol zu einem rein virtuellen Lernumfeld.

Zudem ermöglicht die Analyse historischer Bildproduktionen die Entwicklung einer kritischen Distanz zur eigenen Bildproduktion der Generation Selfie und trägt damit erheblich zur Ausbildung einer entsprechenden visuellen Kompetenz bei, die im Kontext von bildgesteuerten Manipulationen jedweder Art (Werbung, Fake News) von besonderer Aktualität ist.

Das thematische Spektrum ist bereits recht weit gefasst (s. hierzu die Lesehinweise) und wird ständig ergänzt. Dabei kann auch auf die individuellen Anforderungen einzelner Schulklassen Rücksicht genommen werden. Ebenso sind Besuche vor Ort, d.h. Präsentationen von Originalobjekten direkt im Schulunterricht möglich.

 

Lesehinweise

 

P. Schollmeyer: Die Sammlungen des Instituts für Klassische Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in: F. M. Müller (Hrsg.), Archäologische Universitätsmuseen und –sammlungen im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und Öffentlichkeit, Tagungsband Innsbruck 2010 (2013) S. 417-428.

Ders.: Fallbeispiele archäologischer Bildbetrachtungen, in: Der Altsprachliche Unterricht. Latein – Griechisch, Heft 2+3 (2014) S. 2-17.

Ders.: Wissenschaft und Vermittlung. Der Blick auf die Dinge und die Schule des Sehens, in: Blickpunkt Archäologie, Heft 4 (2016) S. 245-252.

Ders.: Archäologie für Schülerinnen und Schüler – Aktivitäten des Mainzer Altertumswissenschaftlichen Netzwerks Universität Schule [MANUS], in: Scrinium. Alte Sprachen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, 2017 (im Druck).