Rezeption griechischer Grabdenkmäler

Der Einfluss antiker griechischer Skulptur auf die Grabdenkmäler moderner Friedhöfe

Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus

Gemeinsames Projekt mit Dr. Jutta Stroszeck, Deutsches Archäologisches Institut, Abt. Athen

Erste Tagung zu diesem Thema: 30.9./1.10.2010

Tagungsband: J. Stroszeck/H. Frielinghaus (Hrsg.), Vorbild Griechenland. Zum Einfluss antiker griechischer Skulptur auf Grabdenkmäler der Neuzeit. Beiträge zur Archäologie Griechenlands Bd. 3 (2012).

Beiträge von: Z. Antonopoulou (Athen), D. Donos (Athen), H. Frielinghaus (Mainz), F. Hildebrandt (Hamburg), D. Kreikenbom (Mainz), N. Kyriazi (Athen), J. Oakley (Williamsburg), M. Stefanidis (Athen), J. Stroszeck (Athen), J. Zahle (Kopenhagen)

Im 19./20.Jh. führten die zahlreichen, vor allem nach der Befreiung Griechenlands durchgeführten Grabungen nicht nur zu einer ausgiebigen Beschäftigung mit dem antiken Material, sondern sie regten - in wie außerhalb Europas - auch eine weitgefächerte Rezeption von Stil- und Gegenstands-Formen, von Darstellungen sowie allgemeiner von antiken Themen an. Entsprechende Rezeptionsvorgänge sind auch im Grabbereich zu beobachten: eine ganze Reihe der in der fraglichen Zeitspanne entstandenen Grabmäler kopieren antike, aus unterschiedlichen Kontexten stammende Monumente oder verarbeiten antike Elemente.

Grundsätzlich wirft die an Grabmälern des 19./20.Jhs. zu beobachtende umfang- und variantenreiche Rezeption griechischer Skulptur die Frage auf, welche Personen(kreise) entsprechende Grabmäler wählten, welche Anlässe zu der Wahl eines antikisierenden Denkmals führten, nach welchen Kriterien bestimmte antike Motive gewählt wurden, wie diese umgesetzt und welche Aussage(n) mit ihnen verbunden wurden. In diesem Kontext ist auch zu überprüfen, aus welchen Epochen die antiken Monumente/Elemente stammen, die bei Anfertigung der Grabmäler im 19./20.Jh. kopiert oder imitiert wurden, ob hier Vorlieben festzustellen sind und ob sich diese im Verlauf des 19./20.Jhs. verändern.